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Kostenarten unterscheiden: Fixkosten und variable Kosten

Der Unterschied zwischen Fixkosten und variablen Kosten ist entscheidend für jede Break-Even-Analyse. Hier erfährst du, wie du sie richtig einordnest und warum das für dein Geschäft so wichtig ist.

6 Min Lesezeit Anfänger Februar 2026
Tabelle mit Kostenverlauf, Verkaufsmengen und Gewinnberechnung in einem Tabellenkalkulationsprogramm

Was sind Fixkosten und variable Kosten?

Wenn du anfängst, dein Geschäft zu analysieren, wirst du schnell feststellen, dass nicht alle Kosten gleich sind. Es gibt da zwei grundverschiedene Arten, und der Unterschied ist entscheidend. Fixkosten bleiben konstant, egal wie viel du produzierst oder verkaufst. Variable Kosten hingegen ändern sich je nach Geschäftstätigkeit. Das klingt einfach, aber viele Unternehmer verwechseln die beiden – mit großen Konsequenzen für ihre Kalkulation.

Die gute Nachricht: Wenn du diese beiden Kategorien verstehst, hast du bereits die Grundlage für eine solide Break-Even-Analyse gelegt. Du kannst dann genau berechnen, wann dein Geschäft profitabel wird und wie viel du mindestens verkaufen musst, um deine Kosten zu decken.

Büroraum mit Schreibtischen, Möbeln und Beleuchtung, die typische Fixkosten eines Unternehmens darstellen

Fixkosten: Die konstanten Lasten

Fixkosten sind die Ausgaben, die du jeden Monat oder jedes Jahr zahlen musst – unabhängig davon, ob du viel oder wenig verkaufst. Das sind typischerweise:

  • Miete für dein Büro oder Geschäft
  • Gehälter der festen Mitarbeiter
  • Versicherungen
  • Lizenzgebühren und Abonnements
  • Kreditraten

Das Wichtigste: Diese Kosten fallen an, ob du 10 oder 1.000 Einheiten verkaufst. Das macht sie so wertvoll für die Break-Even-Berechnung, denn du kannst sie genau planen.

Variable Kosten: Die flexiblen Partner

Variable Kosten sind das Gegenteil. Sie ändern sich direkt mit deinem Geschäftsvolumen. Je mehr du produzierst oder verkaufst, desto höher werden diese Kosten. Das sind typischerweise:

  • Rohstoffe und Materialkosten
  • Verpackung und Versand
  • Provisionen für Verkäufer
  • Produktionslöhne (für jeden verkauften Artikel)
  • Kreditkartentransaktionsgebühren

Der entscheidende Unterschied: Wenn du morgen überhaupt nichts verkaufst, brauchst du keine variablen Kosten auszugeben. Aber deine Fixkosten laufen weiter.

Lager mit Rohstoffen, Materialien und Verpackungen, die variable Kosten eines Unternehmens darstellen

Ein praktisches Beispiel: Online-Shop

Lass uns das konkret machen mit einem echten Szenario

Stell dir vor, du betreibst einen Online-Shop für Handmade-Schmuck. Deine Fixkosten sind:

  • Webhosting: 50 Euro/Monat
  • Software und Tools: 100 Euro/Monat
  • Dein eigenes Gehalt (mindestens): 2.000 Euro/Monat
  • Lagerraum: 200 Euro/Monat

Gesamt Fixkosten: 2.350 Euro/Monat

Für jeden Schmuckstück, das du verkaufst, fallen variable Kosten an:

  • Material: 5 Euro pro Stück
  • Verpackung: 2 Euro pro Stück
  • Versand: 3 Euro pro Stück
  • Zahlungsgebühren: 1 Euro pro Stück

Variable Kosten pro Stück: 11 Euro

Handmade-Schmuck auf einem Tisch neben einem Laptop, der einen Online-Shop zeigt mit Kosten und Verkaufsstatistiken

Warum ist dieser Unterschied so wichtig?

Der Unterschied zwischen Fix- und variablen Kosten ist nicht einfach akademisch – er bestimmt, ob dein Geschäft überhaupt funktioniert. Hier sind die drei wichtigsten Gründe:

Break-Even-Punkt berechnen

Mit dieser Information kannst du genau ausrechnen, wie viele Einheiten du verkaufen musst, um deine Kosten zu decken. Im Schmuck-Beispiel: Wenn du ein Stück für 25 Euro verkaufst, brauchst du etwa 188 verkaufte Stücke pro Monat, um kostendeckend zu arbeiten.

Preisstrategie entwickeln

Wenn du deine variablen Kosten kennst, weißt du, wie tief dein Preis mindestens sein muss. Du kannst auch Volumenrabatte kalkulieren, ohne in Verlust zu gehen – weil du genau weißt, wo deine Grenzen sind.

Skalierbarkeit planen

Wenn dein Geschäft wächst, musst du wissen, welche Kosten mitwachsen (variable) und welche konstant bleiben (Fixkosten). So kannst du profitabel skalieren, statt deine Marge zu zerstören.

Unternehmer arbeitet an einem Geschäftsplan mit Kostenaufstellungen und Kalkulationen auf dem Schreibtisch

Praktische Tipps zum Unterscheiden

So findest du alle deine Kosten richtig ein

1

Schau auf deine Rechnungen

Die beste Methode ist, alle deine Ausgaben aus den letzten 3-6 Monaten durchzugehen. Welche Posten erscheinen jeden Monat? Das sind meist Fixkosten. Welche variieren stark? Das sind variable Kosten.

2

Frag die “Was-wenn”-Frage

Wenn ich morgen mein Geschäft für einen Tag schließe, fällt diese Kostenstelle weg? Wenn nein – es ist eine Fixkost. Wenn ja – es ist eine variable Kost.

3

Nutze eine Tabellenkalkulation

Erstelle eine einfache Tabelle mit deinen Kosten. Eine Spalte für Fixkosten, eine für variable Kosten. Das hilft dir, den Überblick zu behalten und später die Break-Even-Analyse durchzuführen.

Computer-Bildschirm mit einer Excel-Tabelle, die Fixkosten und variable Kosten systematisch auflistet und berechnet

Fazit: Dein Fundament für die Break-Even-Analyse

Die Unterscheidung zwischen Fixkosten und variablen Kosten ist nicht nur eine buchhalterische Formalität – es’s die Grundlage für intelligente Geschäftsentscheidungen. Wenn du weißt, welche Kosten konstant sind und welche mit deinem Umsatz wachsen, kannst du:

  • Deinen Break-Even-Punkt berechnen
  • Realistische Preise kalkulieren
  • Dein Geschäft profitabel skalieren
  • Bessere finanzielle Entscheidungen treffen

Der nächste Schritt ist einfach: Nimm dir eine Stunde Zeit, geh durch deine Kontoauszüge, und sortiere deine Kosten in diese zwei Kategorien. Damit legst du den Grundstein für eine vollständige Break-Even-Analyse. Die ist näher, als du denkst!

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel bietet allgemeine Informationen über die Unterscheidung von Fixkosten und variablen Kosten zu Bildungszwecken. Die hier bereitgestellten Informationen ersetzen keine professionelle finanzielle Beratung. Die Kostenstruktur kann je nach Geschäftstyp, Branche und individuellen Umständen erheblich variieren. Für deine spezifische Situation empfehlen wir, einen Buchhalter oder Finanzberater zu konsultieren, um eine genaue Kostenanalyse durchzuführen.